KÖRPERSCHMUCK - PIERCING - TATTOOS
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Temporäre
Tattoos bergen Risiken
Vor den
Risiken von temporären Tattoos mit "Schwarzem Henna" warnt das Schweizer
Bundesamt für Gesundheit.. Diese könnten vereinzelt zu allergischen
Reaktionen führen, im schlimmsten Fall drohe eine Behandlung im
Krankenhaus.
Besonders
gefährlich seien dabei Präparate, die Para-Phenylenediamine (PPD)
enthalten, die für die schwarze Färbung und die schnellere Hauteinfärbung
sorgen. Bleibende gesundheitliche Folgen seien nicht
ausgeschlossen.
PPD ist nur zur Haarfärbung erlaubt,
eine Kontrolle sei aber nur schwer möglich. Im Zweifel sollten
Interessierte auf solchen Körperschmuck verzichten.
Medizinischer
Blick auf Piercings
Tattoos
und Piercing sind bei jungen Menschen ein Massenphänomen geworden. Eine
Umfrage im Jahr 2003 unter tausend westdeutschen Männern und Frauen ergab:
22 Prozent der Männer bis 44 Jahre und etwa 14 Prozent der Frauen haben
mindestens ein Tattoo. 38 Prozent der jungen Mädchen und Frauen bis zum
Alter von 24 Jahren haben mindestens ein Piercing.
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Tätowierungen
und Piercings sind die häufigsten Formen von Körperschmuck, der unter die
Haut geht, und jeder Hausarzt hat solche Patienten. Es ist ein Thema, über
das der Hausarzt mit den Patienten sprechen sollte, denn je nach Art des
eingestochenen oder geritzten Körperschmucks müssen Menschen, die ihn
haben oder die ihn sich wünschen, mit medizinischen Kurzzeit- oder
Langzeitkomplikationen rechnen.
Das Buch
"Body-Modification" des Magdeburger Psychologen Privatdozent Erich Kasten
gibt einen Überblick über die Entwicklungen auf diesem Gebiet. Dabei
berücksichtigt er nicht nur die häufigsten Formen, sondern auch weniger
bekannte Methoden. Dazu gehören Implantate, Skarifizierung - das Erzeugen
von Schmucknarben durch Schneiden,
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Brennen oder Einbringen von Chemikalien
- oder das Verändern des Genitales durch Verlängern von Vorhaut,
Schamlippen, Penis oder Hoden.
Das
Verdienst dieses Buches ist, dass der Autor mit Hintergründen und
Beispielen einen Bogen schlägt von den traditionellen Formen des
Körperschmucks und den dazugehörigen Ritualen zu den modernen Formen.
Kasten beschreibt, was den Motiven für invasive Körperveränderungen bei
Naturvölkern und Menschen der heutigen, westlichen Zivilisation gemeinsam
ist und was sich verändert hat. Viele Leser werden mit dem Buch eintauchen
in eine Welt neuer, aber auch ganz archaischer Formen von Ritual, Suche
nach Sinn, sexueller Motivation, Suchtverhalten oder auch dem Versuch,
durch Körpermodifikation seelische Störungen zu lindern.
Kasten
dramatisiert und wertet nicht, er zeigt beispielhaft das Offensichtliche,
aber auch die Welt hinter den Erscheinungsformen samt ihren
gesundheitlichen Gefahren, die viele Anwender und in den Einzelheiten aber
auch viele Ärzte nicht kennen dürften.
Widerhaken unter der Haut sind Trend
"Dermal Anchors",
kleine metallene Widerhaken, lassen sich szenekundige Piercing-Freunde in diesem
Jahr implantieren. Der
aktuelle Piercing-Trend geht hierbei tief unter die Haut:
Lediglich
noch ein kleines Endstück des Piercings schaut
dabei aus der Haut heraus. Herübergeschwappt ist diese Welle aus den USA. Bei den Tätowierungen ist derzeit
kein echter Trend auszumachen. Fest steht allerdings: Das klassische
"Arschgeweih", das sich in den vergangenen Jahren viele junge Mädchen stechen ließen, ist definitiv out, wie in Tätowier-Studios zu erfahren
ist.
Neonbodys
neuer Trend im Discofieber
Der
neueste Trend im Nightlife ist weder schmerzhaft wie oftmals bei Tattoos,
Piercing, Branding, noch müssen dafür Löcher in den Körper geschossen
werden. Dafür aber ist Effekt weithin sichtbar.
Das
Knicklicht, welches eigentlich für Notsituationen oder für militärische
Zwecke entwickelt wurde, bahnt sich seinen Weg in viele Discos. Die Jugend
fährt vielerorts schon voll auf den neuesten Hype ab und taucht so die
Tanzflächen in Neonschein.
Die Knicklichter verfügen über eine
lange Haltbarkeit und leuchten, wenn erst mal geknickt, die ganze Nacht.
Zu haben ist der Spaß für 50 Cent bis Euro in vielen Discos und auch
über
eBay.
Bei
Temperaturen weit unter 0 Grad bleiben Gesichtspiercings und Ohrringe
besser zu Hause. Das Metall könnte sonst an der Haut festfrieren, warnt
die Techniker Krankenkasse. Ansonsten sei trotz der niedrigen Temperaturen
nichts gegen Aktivitäten unter freiem Himmel auszusetzen - Bewegung in
kalter und frischer Luft stärke die Abwehrkräfte.
Piercing
birgt nicht nur Infektionsgefahren. Bei einer Kernspintomographie etwa
sind Magnetfelder so groß, daß sie magnetische Metallteile aus der Haut
reißen können. nicht immer der Metallanteil in den Schmuckstücken bekannt
ist, sollten Patienten alle Piercingteile sicherheitshalber vor der
Untersuchung entfernen.
Das gilt auch vor der Nutzung von
Hochfrequenzgeräten in der Chirurgie und bei Kurzwellenbehandlungen, wie
Professor Wolf-Ingo Worret von der TU München erinnert. Denn dabei können
die Piercing-Schmuckstücke sehr heiß werden und Brandwunden
verursachen.
Trotz
mancher Risiken ist das Piercing gefragt. In vielen Städten gibt es
inzwischen Spezialisten auf diesem Gebiet.
Als
Schmuck und auch aus Tradition, vor rituellem Hintergrund oder als
Statussymbo gibt es Piercings schon seit Menschengedenken. Als Zeichen der
Stammeszu- gehörigkeit, zur öffentlichen Bekanntmachung, dass man zum Mann
oder zur Frau geworden ist, werden Piercings verwendet. Auch Ansehen oder
Stärke kann dieser Körperschmuck darstellen.
Dass
Körperschmuck auch gefährlich sein kann, berichten Ärzte. Mit
Entzündungen, Blutungen, Blutgerinnungsstörungen oder Infektionen muss man
im schlimmsten Fall rechnen. Halte man jedoch die Pflegeanleitung richtig
ein und achtet darauf, dass der Piercer nur mit sterilem Material
arbeitet, so grenzt man die Gefahren um einiges ein.
Das
Piercing ist während der Heildauer gut im Auge zu behalten und bei
Nachblu- tungen oder sonstigen Anzeichen sofort den Piercer aufzusuchen,
um Granulome, Verhärtungen oder Narbenwucherungen, zu vermeiden. Allergien
und die Neigung zur schlechten Wundheilung sollten, um Komplikationen zu
vermeiden, vor dem Stechen mitgeteilt werden.
Bei
Piercern findet man eher Kunden im Alter über 18 Jahre. Bei Interessenten
unter 18 Jahren muss eine Bescheinigung der Eltern mit Kopie des Ausweises
vorliegen. Dann wird durch ein Telefonat mit den Eltern nochmals das
Einverständnis überprüft.
Mancher Piercer sticht im Jahr 300 bis
500 Piercings. Eine reguläre Ausbildung gibt es nicht. Deshalb sollten
viele Fragen unbedingt beantwortet sein, bevor man sich für ein Studio
entscheidet.
So ist die Sauberkeit im Piercingstudio
der wichtigste Faktor beim Begutachten des Studios. Außerdem soll man
prüfen, ob der Piercer Ahnung von dem hat, was er tut. Schon vor dem
Stechen sollte man Infomaterial bekommen. Es sollte klar sein, aus welchem
Material das Piercing ist. Zertifikate, die sich manche Piercingstudios
aufhängen, sind aber keine zuverlässige Informationsquelle, weil man diese
überall kaufen kann.
Auslöser
des Nachfragebooms war der unvergessene Skandal in den USA, als 2004 beim
Super-Bowl in Houston Teenie-Star Justin Timberlake (23) die Brust von
Janet Jackson (37) entblößte. Zum Vorschein kam ein Sonnen-Piercing. Und
das wurde laut BILD ,,der Renner bei deutschen Frauen!"
In der
Branche nennt man die Piercing-Sonne „Nipple Shield“ – zu deutsch
Brustwarzenschild. Je nach Material (Gold, Silber oder Stahl) kostet es
zwischen 25 und 50 Euro, wiegt etwa 40 Gramm.
Ein dünner Stift wird durch die
Brustwarze gestochen. Drauf gesetzt wird dann die Platte – besonders
beliebt sind Formen wie Sonnen, Sterne oder
Spinnennetze.
Komplikationen
bei Lippen-Piercings
Eine
Studie zu langfristigen Auswirkungen von Unterlippen-Piercings hat die
Medizinische Universität Wien durchgeführt. Ergebnis: Das Zahnfleisch wird
geschä- digt. Lippenpiercings sind modisch, aber
ungesund.
Bei 72
Prozent der 50 gepiercten Testpatienten zeigte das Zahnfleisch leichte bis
massive Schäden durch das Unterlippen-Piercing. Das Zahnfleisch ist beim
Großteil der Patienten an der Stelle, wo der Verschluss des Piercings auf
das Zahnfleisch auftrifft, um einige Millimeter zurückgegangen, so dass
die darunter liegende Zahnwurzel frei liegt.
Vier
Prozent der Patienten zeigten sogar eine Schädigung und Entzündung des
darunter liegenden Knochens. Die Zähne selbst hatten minimale bis keine
Schäden. Hingegen zeigten nur vier Prozent der 50 Kontrollpatienten ohne
Piercing minimale Zahnfleischveränderungen.
Für die Studie wurden an der
Bernhard-Gottlieb-Universitätszahnklinik insgesamt 100 Personen im Alter
von 14 bis 28 Jahren mit Sonden und Röntgenbildern auf Schäden an
Zahnfleisch und Zähnen untersucht. Die Experten raten, beim Setzen eines
Lippenpiercings darauf zu achten, dass der Verschluss an der Innenseite
nicht auf das Zahnfleisch drückt, sondern auf Höhe der Zahnkrone sitzt.
Außerdem scheinen Kunststoffverschlüsse weniger schädigend zu sein als
Metallverschlüsse. Zu empfehlen ist auf jeden Fall
eine jährliche Kontrolle durch den
Zahnarzt.
Immer mehr Menschen in den westlichen Ländern möchten ihren Körper
bleibend verschönern. Hygienisch oft mangelhaft sind in Studios In Deutschland und
in nachbarländern die Bedingungen, unter denen
tätowiert oder gepierct wird.
Die Gesundheitsämter müssten prüfen, ob überhaupt die
Voraussetzungen für gute hygienische Bedingungen in deutschen Studios gegeben
sei, können dies aber nicht flächendeckend tun. Für die
Herstellung der 200 bis 250 verschiedenen Stoffe, die für Tattoos verwendet
werden, gibt es nicht einmal Standards.
Seit
drei Jahrzehnten wird tätowiert,
gepierct und es werden zunehmend auch Schmucknarben (Skarifizierungen) gesetzt durch
Brennen (Branding), Schneiden (Cutting) oder chemische Substanzen.
Etwa sieben Millionen Bundesbürger haben mindestens ein Tattoo, etwa 25 Prozent
sind es in der Altersgruppe bis 30 Jahre. Auch der Trend zum Piercen nimmt zu. Fast alle Körperteile sind mit Ringen und Perlen
verziert.
Die Bundesärztekammer hat sich dagegen
ausgesprochen, dass Ärzte selbst piercen, da dies nicht Krankheiten lindere,
sondern - im Gegenteil - gesundheitliche Risiken berge. Wie groß diese bei
Tätowierungen sind, wird gerade in einer epidemiologischen Studie untersucht,.
Menschen mit beeinträchtigtem Immunsystem, etwa bei Diabetes mellitus, sollten
sich wegen des erhöhten Risikos für Wundheilungsstörungen und Infektionen
generell nicht tätowieren oder piercen lassen; auch bei Blutgerinnungsstörungen
ist abzuraten.
Die wichtigsten Risiken von Piercing und Tattoos sind bakterielle
und virale Infektionen, Blutungen, Allergien, überschießende Narbenbildung
(Keloide) und Fremdkörpergranulome. Im Bereich von Tätowierungen sind
gelegentlich Plattenepithel- und Basalzellkarzinome sowie maligne Melanome
beobachtet worden.
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